Das Phänomen Rollenspiel

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johndoe981765
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Beitrag von johndoe981765 »

Casual gibts doch heutzutage wie Sand am Meer. Damit hab ich ja auch kein Problem und zock das gerne mal.

Nur ab und zu will man halt was anspruchvolles daddeln. Aber dann ist man ja gleich ein pickliger Obernerd ohne real Life. :oops:

Also unter dem PR-Deckmantel "Entschlackung": Vereinfachung, verkürzte Spielzeit, Levelschläuche, Recycling und zig DLC akzeptieren. :roll:
FeliThePhoenix
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Beitrag von FeliThePhoenix »

Also der Ablehnung österreichischer Beteiligung am Gamedesign muss ich aufs heftigste widersprechen: Wer, wenn nicht meine Landsleute, wäre besser geeignet einen schrulligen Beislwirt (Beisl = Kneippe, Pinte) mit Dauernörgelei und Gemotze zu designen, oder einen verstaubt anmutenden k.u.k.-Uniformträger, der für Gott, Kaiser und Dungeon-Vaterland ungeschickt, aber loyal bis zum Ende durchhält.
Und last, but not least: Auch opportunistische, schlitzohrige Überlebenskünstler oder älplerisch-knorrige Wurzel- und Felsgnome finden sich im österreichischen Charakterspektrum.
Allerdings fehlt mir die Erfahrung mit Rollenspielen um beurteilen zu können, ob für solche Figuren wirklich Bedarf besteht. ;-)
Aber einen Versuch wäre es doch wert.
Betreffend Dialoge: Kanadier sind da sicher gut, lassen sich vielleicht noch mit Australiern und Briten und/oder Schotten kongenial ergänzen.

Und zur Hitler-Diskussion (die ich hier ziemlich überflüssig finde):
Fakt 1: Er wurde in Ö geboren.
Fakt 2: In Ö wurde er wegen seiner politischen Agitation ins Gefängnis gesteckt.
Fakt 3: Politisch groß geworden ist er in D – genaugenommen in Bayern.
Fakt 4: Ein großer Teil dere Bevölkerung hat den Anschluss begrüßt, ein nicht minder großer Teil hat selbigen abgelehnt und der Mehrheit war's wurscht, solange sie etwas zum Essen hatten.
Fakt 5: Fakt 4 ist typisch für die Menschheit, nicht nur für die Österreicher!
Fakt 6; Faschistoide, rassistische, etc. .... Tendenzen (egal ob links oder rechts) sind eher durch das Bildungsniveau als durch die Nationalität zu erklären. Sie beruhen immer auf der Gier nach Macht einzelner Personen unter Ausnutzung der Unwissenheit der "breiten Masse" mit deren Gefolgschaft sie ihren Machtanspruch "begründen".

Fakt 7: Habe den Thread nicht zur Gänze gelesen, aber nach meiner persönlichen Ansicht fehlt jemandem, der dieses Thema in so eine Forum einbringt die nötige Fähigkeit zur Differenzierung für Themenbereiche wie Spiel/RL, Humor, Zynismus, Sarkasmus, ... – und was halt sonst so das Leben etwas bunter und lustiger macht.
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Sir Richfield
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Beitrag von Sir Richfield »

Ich muss dem Doktor Ellenbogen auch beipflichten, mir geht es genau so, auch wenn ich nicht Vater bin.
Aber im Alter und mit dem Zwang, selber sein Geld zu verdienen UND seine sozialen Kontakte zu pflegen (mit denen man sein Hobby auch nicht mehr in dem Maße teilen kann) kommt ein enormer Mangel an Zeit, mit der man sich in Spiele beißen kann.
Auch wenn das wie ein one-trick-pony klingt, aber ein Torment würde ich gar nicht mehr anpacken können, weil man da den Sonntag Vormittag brauchen würde, so weit rein zu kommen, dass man den Sonntag Nachmittag mit intensivem Spielen verbringen kann.

ABER:

Wenn es keine solchen Spiele mehr gibt, dann finde ich, dass das die junge Generation sowohl unterfordert als auch nicht genug fördert.
Wenn man den "Kindern" heute alles auf dem Silbertablett serviert und mit Sprüchen wie "Immer wenn Du einen Knopf drückst, passiert was Tolles" lockt, dann halte ich das für den falschen Weg.
Halten "wir" die denn alle für Blöd?

Vergleichen wir doch mal, womit die Generation Ultima konfrontiert wurde: Karten mussten gezeichnet oder auswendig gelernt werden, man musste sich Sprüche merken, Plätze, Rätsel, Orte. Manche (wie ich) haben durch das Spielen erst eine zweite Sprache gelernt. (Noch bevor das in der Schule groß ein Thema war.)
Natürlich habe auch ich mich über Automaps und vernünftige Questlogs gefreut.
Aber der alte Spruch "No Pain, no Gain" stimmt heute immer noch.
Je schwieriger eine Aufgabe zu meistern ist, desto besser schmeckt der Erfolg.

Zumal die Generationen nach uns uns ja regelmäßig zeigen, dass sie gefordert werden wollen, deshalb spielen die ja auch noch CSS, weil es mehr von einem verlangt als CoD.
Deshalb war Megaman 9 ein Erfolg. Oder Super Meat Boy. Donkey Kong Returns.

Niemand kann mir sagen, dass die Jugendlichen von heute nicht auch intellektuell herausgefordert werden wollen.
Personen, die stundenlang mit dem Taschenrechner die besten Werte, Rüstungen und Dropraten von Diablo II und Konsorten ausrechnen, können diese Energie auch in Entscheidungen von Rollenspielen stecken.

So, wie aktuelle Rollenspiele konzipiert sind, kommen die mir nur wie eine Reihe von Multiple Choice Tests vor und nur wer Lust hat, geht es mal anders durch, indem er/sie halt Option 2 statt 1 nimmt.
(Ich gucke DICH an, Mass Effekt! Das macht Deine Story nicht weniger gut, aber nachgedacht habe ich in Teil 2 NIE! Immer nur reflexartig die Rechte Maustaste gedrückt! Edit: Weil ich genau *wusste*, dass das immer die "Renegate" Option ist. Da muss man nicht denken, da muss man nicht lesen, um zu wissen, dass diese Option eher die "Böse" Richtung geht - nur reagieren, zurücklehnen und gucken, was der Charakter jetzt "schlimmes" anstellt.)
Wobei diese Entwicklung nicht neu ist. Schon bei Kotor habe ich mir mitunter die Frage gestellt, was sich meine Party noch alles schön reden kann. Genozid? Joah, gab's bestimmt einen guten Grund zu. Dead Baby Comedy? Ach, der steht nur unter Streß, der meint das nicht so.
(Gut, hätte ich damals gewußt, dass das Canon ist... Darth Vader gibt es eigentlich nur, weil das gesamte Jedi Konzil zu blöd zum Atmen ist.)

Das Problem ist halt nur, die Majors wissen, dass es mehrere Generationen von Spielern mit Geld gibt. Und müssen ihre Gewinne maximieren.
Also wird immer der kleinste gemeinsame Nenner gesucht, damit auch Leute noch ein Interesse haben, die nicht so viel Zeit haben.
Deshalb ist ME eigentlich total simpel, deshalb verlangt CoD nicht wirklich großartig "Skill"...

Sowas können nur die Indies bringen, weil die genau wissen, dass sie für eine Nische produzieren und auch dementsprechend den Gewinn kalkulieren.
Die Zielgruppe dankt es ihnen regelmäßig und übersieht dabei gnädig, dass keine Millionen in Grafik und Werbung gegangen sind.
Als bestes Beispiel sei hier mal Minecraft genannt. Das Spiel gibt Dir KEINE Hilfe, gibt Dir keine Ziele und frisst eine Menge Zeit bei der Suche nach Resourcen. Und da sind wir noch nicht bei der Planung von Schaltkreisen oder Skulpturen.
Ein Riesenerfolg, das Ding.

Ähnlich auch Torchlight. Ein Team von erfahrenen Leuten reduziert ARPG auf seinen Kern. Stellt sich heraus, das ist genau das, was viele Leute wollen.
Klar, die Grafik verdient keinen Blumentopf, aber wenn TL2 denn mal kommt und tatsächlich LAN und WAN MP bietet, ohne dass man seine Seele an ein Onlineportal verkaufen muss, dann werden viele Leute den Comicstil übersehen. Weil sie einfach - wie damals bei Diablo - mal ne Stunde zusammen was totklicken wollen.

Ich spreche mich deshalb auch immer wieder für Diversifikation aus. Jedes Genre und Subgenre hat seine Existenzberechtigung und Abnehmer.
Wenn Entwickler/Publisher glauben, dass es die nicht braucht, oder die nicht marktfähig ist, dann passiert sowas wie die NFS Reihe.
Gibt es vernünftige Arcade Racer? Ich finde nicht. Es gibt nur NFS und das wird immer schlechter oder versucht Race Dricer Konkurrenz im Semi Simulations Genre zu machen.
Warum gibt es keinen Arcade Racer von Ubisoft, THQ, T2, Activision/Blizzard? Von mir aus unterscheiden sie sich nur im Setting oder in bestimmten Features.
Warum hält man solche Experimente wie Blur und Split/Second lautstark für Totalausfälle, anstatt drüber nachzudenken, was man im Detail anders machen könnte?
Arcade Racer müssen sich nicht dringend über (teure) Grafik profilieren.
Saubere Steuerung, gutes Gameplay, KEINE Gummiband KI, Abwechslungsreiche Strecken, sauberer (und balancierter) MP. Mehr brauchts nicht.
Das erinnert mich immer an unsere letzte LAN: Wir haben Stunden am Stück Armagetron gespielt... Weil es stabil lief, einfach zu bedienen ist, fair ist und vor allem: EINFACH NUR SPAß GEMACHT HAT!

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Goldh@mster
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Beitrag von Goldh@mster »

Sehr interressant hier. Ja der Jörg ist schon ein Hardcore-Rolle, ach was sag ich, ein Hardcore Zocker. Was er will ist folgendes: Eine nahezu vollständige Illusion einer anderen Wirklichkeit die der Verstand nicht mehr als solche wahrnimmt und dann können auch echte Gefühle ausgelöst werden, denn nur dann bewerten wir Dinge die dort geschehen so wie wir es in der Realität tun würden und fühlen mit wenn ein Charackter leidet, eine gute Bekannte stirbt etc.

Doch das funktioniert nur in einer vom Gehirn nicht mehr als solche erkannten Illusion. Heute versucht man das auf dem Wege größer, grafisch besser, effektreicher etc. Doch was die Entwickler nicht erkennen und daraus kann man ihnen einen Vorwurf machen, ist das das Gehirn sich nicht betrügen lässt. Und da hat Jörg vollkommen Recht, dass man da wieder zu den Wurzeln zurück muss. Das muss ja das andere nicht ausschließen, im Gegenteil: Heute hat man doch viel bessere Möglichkeiten eine gute Illusion zu erzeigen durch den technischen Fortschritt. Wie viel schwerer wahr es da bei den Games früher?! Und da kann man zurecht die Frage stellen warum dies nicht genutzt wird.
Nur das ganze funktioniert natürlich nur wenn man überhaupt noch Kapazitäten frei hat um sich in eine 2. Wirklichkeit zu begeben, wie es ja auch schon oben angesprochen wurde. Wenn das nicht der Fall ist sind da die ,,neuen'' Rollenspiele natürlich willkommen, da sie zu konsumieren sidn ohne sich in eine 2. Wirklichkeit hinabzulassen.

Möglicherweise gibt es in unserer geistig immer anspruchsvoller werdenden Gesellschaft immer weniger Menschen die noch ,,Kapazitäten'' frei haben, um sich noch mit noch einer Wirklichkeit beschäftigen zu können. Und das mag der Grund sein, warum ,,Mainstream Rollenspiele'' immer mehr werden.
Für Rechtschreibfeehler haftet meine Tastatur:)
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Malachi80
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Beitrag von Malachi80 »

Ach, die heutige Rollenspielwelt ist doch echt langweilig geworden, wenn man es mit früher vergleicht. Ja, ich bin auch anfangs drauf reingefallen, und zwar mit Two Worlds 1:

Als ich das erste mal da auf einem Berg stand und gute 30 km Fernsicht über tiefe Wälder, das Meer bis zur nächsten Stadt hatte, dachte ich nur BOOARR! Das hat so lange angehalten bis ich merkte, dass a) diese Wälder absolut leer waren und b) die Städte von Zombies (nicht den wirklichen - leider) besiedelt waren, die zudem alle männlich waren (VOR dem Riesenpatch). Ich hab das Spiel dann schnellstmöglich zu Ende gebracht, weil die Nebenquests TODLANGWEILIG waren.

Überhaupt ist es doch so heutzutage:

WARUM SIND DIE NEBENQUESTS SO LANGWEILIG???

Wenn ich da an BG1+2 denke: Der wahnsinnig Magier, der den Verstand verloren hat, als seine Familie starb und sie als Zombies wieder erweckt hat. Die Werwolfinsel im Norden auf der Suche nach Baldurans Helm. Durlags Turm.

WO SIND DIE KREATIVEN SPIELWELTEN GEBLIEBEN?

Kennt noch wer Albion von Bluebyte? Ja, aus deutschen Landen. Hat es mühelos geschafft ein SciFi- und High-Fantasy-Szenario zu verkuppeln, liebenswerte Charaktere zu schaffen und einen ganzen Planeten, ohne dass Orks, Oger und Drachen hätten vorkommen müssen. Quasi nebenher gabs noch philosophische Gespräche und eine sauspannende Handlung, die man gerne auch als Film gesehen hätte.

WO SIND DIE INTERESSANTEN (GEGNER)CHARAKTERE GEBLIEBEN?

Ich sag -wieder BG- nur Jon Irenicus: Der Typ war der absolute Madman, dennoch mit nachvollziehbarer Motivation. So ähnlich wie in FFVII eben Sephiroth. Oder bei Terranigma Beruga?
Und die guten? Hat noch wer jemanden so einen empfindsamen, zerbrechlichen Charakter wie Aerie in einem Spiel entdeckt, der unweigerlich Beschützerinstinkte beim Spieler weckte? Oder der bekloppte Minsk?


WO SIND DIE INTERESSANTEN GESCHICHTEN GEBLIEBEN?

BG1+2 wurden genannt, Albion auch. Wie stehts mit Lands of Lore? Oder Terranigma? Ich sag nur die Episode in dem Zombiedorf, das als Illusion von dem Kind geschaffen wurde, das nicht verkraftete, dass die Eltern gestorben sind. Oder die Rückkehr in diese Stadt, nachdem das Virus alle dort getötet hat. Oder am Ende die Erkenntnis, dass man selbst ein Geschöpf der Dunkelheit war und sich zur Belohnung die Welt gerettet zu haben hinlegen durfte, um seinen letzten Traum zu träumen um dann zu sterben?

Dazu kommt noch, dass die Interaktion mit der Spielwelt trotz größerer technischer Möglichkeiten immer stärker beschnitten wurden. In den meisten Spielen gleitet der Charakter immer noch durch das 3D-Gras ohne Halme auch nur bewegen. Ich würde gerne mal ein Rollenspiel mit den Interaktionsmöglichkeiten von Minecraft spielen.
Wo ist eigentlich das Mysteriöse geblieben? In den Wäldern gibt es kaum noch was zu entdecken. Keine Ruine mit spannender Nebenquest. Bestenfalls ein paar Standard-Mauerreste mit Skeletten und Zombies: Story erzählt. Wann hat man das letzte Mal in einem Rollenspiel eine Ruine mit Inschrift gefunden, wie z.B. Zelda IV (Gameboy; die Welt ist nur ein Traum usw.). Wo bleiben die Geschichten?
In der Hinsicht erwarte ich von den Indie-Spieleentwicklern heutzutage mehr, als den großen Studios. Schaut euch mal Amnesia an: obwohl das kein Rollenspiel ist, steckt da mehr Rollenspiel drin, als in den meisten anderen, die so genannt werden.

Der einzige Hoffnungschimmer ist The Witcher gewesen, obwohl in allen Aspekten schwächer als früher. Aber man merke, dass sich da jemand mal ein paar Gedanken über die richtigen Ansätze gemacht hatte. Auf den 2. Teil bin ich gespannt. DAO1 hab ich nie gespielt, wird wohl aber nachgeholt. Und sogar noch Mass Effect 1+2 macht vieles richtig und ist was die Charaktere angeht auf einer Stufe mit den "alten" Spielen.

Vielleicht wachen die Studios mal auf, dass es für diese lieblose Standardware keine guten Wertungen und damit keine Verkaufshits mehr gibt.
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Brakiri
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Re: ,

Beitrag von Brakiri »

Palonedin hat geschrieben:
Brakiri hat geschrieben:
Warslon hat geschrieben: Mein Einstieg in die Rollenspielwelt war damals Final Fantasy 8. Auch wenn es sich nicht um ein westlichen Rollenspiel handelt, ist das für mich das beste RPG der Welt! Ich habe an dieses Spiel mein Herz verloren!
Na jetzt wird mir einiges klar.
Danke für diesen Hinweis!
Für mich auch, komm ich jetzt in dieselbe Schublade?
Gerne, Platz ist da genug :)
Wenn ihr FF7 meintet, dann pack ich euch in eine andere Schublade.

Bezüglich FF8 möchte ich auf Spoonys 10-teilige Video-Review-Serie verweisen. Lustig anzusehen.
Malachi80 hat geschrieben: Vielleicht wachen die Studios mal auf, dass es für diese lieblose Standardware keine guten Wertungen und damit keine Verkaufshits mehr gibt.
Warum sollten sie? Der Mist wird gekauft, die Magazine, siehe PC Gamer, Gamestar & Co hauen weiterhin für Exclusives und Werbeverträge ihre Siegel of Excellence drunter.

Man kann nur hoffen, dass im DA2-Fall der Metacritic-Userbacklash einige vom Blindkauf abhält, und EA zeigt, dass die Spieler nicht völlig anspruchslos und lernresistent sind.

Just my 2 cents.
Zuletzt geändert von Brakiri am 11.03.2011 14:29, insgesamt 1-mal geändert.
Warum Trump gewonnen hat:
https://www.youtube.com/watch?v=vSS4GCA__As

Die Wahrheit macht frech
Stop the planet, i wanna get out...

Wenn man sich streitet, einfach Kekse essen. Schmeckt gut und man hört nichts mehr.
Deusabscondius
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Beitrag von Deusabscondius »

Eine sehr passende Kolumne, die meiner Meinung nach die aktuelle Sitation perfekt zusammenfasst.

Es geht bei Rollenspielen nicht um Grafik und hochglanz Werbung.
Es geht viel mehr um eine stimmige Welt, die eine schöne, liebevolle, umfangreiche, wendeungsreiche und z.T. witzige Geschichte erzählt.
Dabei ist es völlig egal, wie die Grafik, der Sound oder das Spieldesign ist, hauptsache es passt zu der Welt die dargestellt werden soll.

Um ein Beispiel zu liefern: Der Anfang von FF XIII ist technisch super gemacht, hat mich aber einfach kalt gelassen, es fehlt irgendwie an liebe zum Detail, an Seele, wie ich finde.

Dagegen habe ich nach FF XIII zum erstemal FF VI gestartet und war von anfang an hin und weg, trotz "schlechter" Grafik. Die Einführung in die Welt war (und ist) einfach nur perfekt gelungen, hier stimmte einfach alles. Da hatte man auch das Gefühl, die Macher wollten unbedingt etwas tolles erschaffen, statt einfach nur ihre Arbeit zu machen.

Das Rollenspiel mit den meisten solcher wunderschönen Momente war bei mir übrigens FF IX, ich persönlich liebe dieses Spiel und dessen enorme Liebe zum Detail. Es war auch das erste Spiel wo ich nachdem ich den Abspann gesehen habe, sofort nochmal von Anfang an es durchspielen wollte, daran erkennt man ein wahres Meisterwerk :D
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Palonedin
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Re: ,

Beitrag von Palonedin »

Brakiri hat geschrieben:
Palonedin hat geschrieben:
Brakiri hat geschrieben: Na jetzt wird mir einiges klar.
Danke für diesen Hinweis!
Für mich auch, komm ich jetzt in dieselbe Schublade?
Gerne, Platz ist da genug :)
Wenn ihr FF7 meintet, dann pack ich euch in eine andere Schublade.

Bezüglich FF8 möchte ich auf Spoonys 10-teilige Video-Review-Serie verweisen. Lustig anzusehen.
Also ich meinte FF8, für ihn kann ich nicht sprechen. Die kenn ich schon, die ist aber auch wirklich witzig, wird nur etwas abgedroschen ab Teil 6.

Ich ging nur ein Wegen Schublade, weil ich zwar von diesen Zitat derselben Meinung bin, aber sonst eigentlich komplett anders denke als Warslon^^...

Für viele ist nur das erste RPG eine unvergleichliche Erfahrung, von daher kann man mit noch so vielen rationalen Argumten kommen, diese Erfahrung ist so in dieser Art nicht duplizierbar. Dazu kommen aber noch viele andere persönliche Faktoren, wie der eigene Charakter.
Z.B. Manche lieben Fallout 3, ich fand immer das war ein hübscher Ödnissimulator, dafür fand ich New Vegas klasse.
Spiele, und eben besonders RPGs sind eben eine Subjektive Erfahrung.
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Sir_pillepalle
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Beitrag von Sir_pillepalle »

Das Problem aktueller Rollenspiele scheint mir in erster Linie zu sein, dass die Fanatsie nicht mehr beansprucht wird. Was das P&P ausmacht ist dieser "Minimalismus" - man stellt sich alles selber vor so wie man es haben möchte.

Das fehlt Computerspielen vollkommen. Das ist wie mit Büchern und deren Verfilmungen, die können einem die ganze Vorstellung demontieren. Da gibts dann löbliche Ausnahmen wie zB. den Herrn der Ringe, der vom Umfang zwar nicht an die Buchvorlagen reicht, allerdings äusserst gut die Atmosphere der Bücher einfängt.

Was also Rollenspiele auf dem Rechner bieten müssen ist nun eine wirklich detailreiche Spielwelt - eine glaubwürdige Spielwelt, eine Spielwelt in der Liebe steckt. Eine Welt in der auch alltägliches geschieht. Eine Bäurin die draussen Wäsche auf dem Waschbrett wäscht und dabei ein Lied singt oder dergleichen sorgt nunmal für Atmosphere, das genannte Wirtshaus mit plaudernden Gästen, prasselndes Feuer. Es kann doch auch mal um ganz triviale Dinge gehen, wie zB. Pilze sammeln oder dergleichen, wenn es sinnvoll in die Geschichte eingebettet ist - zumindest mir ist es nicht wichtig immer der Retter der Welt zu sein. Hier wäre die imho sehr schön erzählte Geschichte von Red Dead Redemption ein Beispiel, spielerisch eher weniger anspruchsvoll fand ich die Geschichte sehr gut. Das hat mich auch dazu bewogen das Spiel in 3 Tagen durchzuspielen.

Wenn es immer nur darum geht die Welt vor dem Xten bösen Zauberer zu retten und dabei endlose Horden von Monstern möglichst blutrünstig zu zerstückeln passt das imho nicht zu einem Rollenspiel.
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Palonedin
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Beitrag von Palonedin »

@Umimatsu
Vielleicht ist dies aber auch notwendig, da seine Wertung eine Kontroverse auslöst, die er gerne weiter erläutert, für die, die Test nicht verstanden haben. Das soll ja passieren das man auch nach 8 Seiten sowas nicht nachvollziehen kann.
In sofern betrachte ich das als eine gute ServiceLeistung^^.
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Jörg Luibl
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Beitrag von Jörg Luibl »

Mir ist nicht so ganz klar, was daran so verwunderlich ist, dass eine Redaktion Berichte schreibt und Themen mit weiteren Artikeln vertieft. Im schlimmsten Fall beabsichtigen wir tatsächlich, viele interessierte Leser damit zu finden. Das soll bei Magazinen vorkommen. Ich hab auch von Tageszeitungen gehört, die so dreist sind, neben der Reportage noch eine Glosse rauszuhauen. Und gibt es nicht gerade überall Libyen-Schwerpunkte?

Wenn es irgendwo eine "Verteidigung einer Wertung" gibt, dann ist es in erster Linie die Argumentation des Tests. Die Kolumne dient wie zig andere vorher der "Vertiefung", genau so wie der vorhin eröffnete Thread. Das bietet weitere Möglichkeiten abseits der Dragon Age 2-Diskussion, allgemeiner über Rollenspiele zu debattieren.
Aeneas
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Beitrag von Aeneas »

Jadephoenix24 hat geschrieben:Nette Kolumne die ein Grundproblem vieler CRPGs zum Ausdruck bringt: Dauernd muss die verfluchte Welt gerettet werden. Da wird der dämliche Bauerntölpel innerhalb von null komma nix zur letzten Hoffnung wahlweise eines Kontinents, einer Welt, des Universums oder direkt des Multiversums. Das führt dann dazu dass die Glaubwürdigkeit der Welt meist extremst leiden muss um den SC zur wichtigsten Figur des gesamten Planeten zu machen.
...
da muss ich absolut zustimmen!!!! das nervt mich auch immer wieder!!! immer muss"ich" all den scheiß retten! wieso??? wieso muss alles immer so aufgeblasen sein? das beispiel mit dem arl eamon trifft es sehr gut. das hätte ein eigenständiges packendes spiel sein können. und das hätte auch gut und gerne 50+ stunden verschlingen können! wieso muss der avatar immer der zentrale punkt eines universums sein? und wieso muss eigentlich immer der depp mit dem gedächtnisverlust die welt retten? gibs keinen gescheiteren der in der birne noch ganz richtig is??? im normalen leben kann ein mensch doch auch nicht die welt retten. zerstören schon, aber niemals retten! also wieso nicht auf konflikte/geschichten fokussieren die ein wesentlich größeres identifikationspotenzial besitzen! so ne schöne familientragödie. und wenn se inspiration wollen sollen se proelten-tv am nachmittag anmachen! :D

also jadephoenix: perfekt ausgedrückt! :Daumenrechts:
ChaosPhoenix
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Beitrag von ChaosPhoenix »

8O Mir geht gerade der Hut hoch bei den Falschaussagen durch geschichtspolitische Meinungsmache. Wirklich ausgelöscht hat Hitler Österreich nicht. Es sei denn, er ist eine gedankenkontrolliendes Supergenie oder das unheilige Kind von Superman und Yog-Sothoth. Bevor hier wer mit der österreichischen Opfer- (und Widerstands-)theorie umsich wirft, kann man mal die Debatte über Mauthausen genauer verfolgen darüber, wie Österreich gerade so daraus entkommen ist, in die Nachkriegsverträger als Mittäter eingetragen zu werden. Aber warum rege ich mich überhaupt auf. Hier werden zwei grundlegende Dinge einer guten Diskussionskultur als Schwächezeichen von Luibls Argumentation gewertet. Einerseits kann er die Kolumne geschrieben haben, um ein Thema durch ähnlichen Content zu verteifen. Andererseits, selbst wenn es eine Erklärung der Wertung wäre, ist das doch besser, als ein:"Ich habe Recht, stfu noob." Wo wir wieder bei Hitler wären, es ist wohl einfach besser seine Meinung vorranzustellen und alle anderen als minderwertig zu ignorieren.

Zum Thema warum Hitlervergleiche in Diskussionen auftreten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law
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Hirokigen
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Beitrag von Hirokigen »

Muss das denn jetzt sein mit der ganzen Hitler Sache?
Ich komme selbst aus Österreich und lebe seit 2 Jahren in Deutschland, aber an so einen Mist hab ich bei der Kolumne nie gedacht.
Nach über 60 Jahren sollte doch langsam mal Ruhe einkehren und nicht jeden Wort auf die Goldwaage gelegt werden. Aktuell gibt es viel wichtigere Dinge um die sich gekümmert werden sollte, Stickwort Japan.

Lasst die Vergangenheit in den Geschichtsbüchern, hier geht es doch um RPG's und um sonst nichts, danke.
Aeneas
Beiträge: 240
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Beitrag von Aeneas »

Hiroki hat geschrieben:Muss das denn jetzt sein mit der ganzen Hitler Sache?
Ich komme selbst aus Österreich und lebe seit 2 Jahren in Deutschland, aber an so einen Mist hab ich bei der Kolumne nie gedacht.
Nach über 60 Jahren sollte doch langsam mal Ruhe einkehren und nicht jeden Wort auf die Goldwaage gelegt werden. Aktuell gibt es viel wichtigere Dinge um die sich gekümmert werden sollte, Stickwort Japan.

Lasst die Vergangenheit in den Geschichtsbüchern, hier geht es doch um RPG's und um sonst nichts, danke.
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